Was kostet professionelle Architekturfotografie?
„Was kostet das?“ ist die häufigste Frage — und die ehrlichste Antwort beginnt mit einer Gegenfrage: Wofür sind die Bilder gedacht? Eine Orientierung mit konkreten Zahlen.
Immobilienfotografie beginnt bei 259 € pro Objekt, Architekturfotografie wird projektbezogen kalkuliert. Die vier Kostenfaktoren: Aufnahmeumfang, Zeitfenster, Postproduktion und Nutzungsrechte. Wer das Ziel kennt, zahlt nicht doppelt.
Über Honorare zu schreiben gilt in der Branche als heikel. Ich halte das für falsch: Wer ein Shooting plant, braucht eine Orientierung — keine Geheimniskrämerei. Also der Versuch einer ehrlichen Antwort, mit echten Zahlen und den Faktoren dahinter.
Die wichtigste Unterscheidung vorweg: Immobilien- und Architekturfotografie sind zwei verschiedene Produkte. Das eine ist standardisierbar und damit pauschal kalkulierbar, das andere ist Projektarbeit. Deshalb gibt es für das eine eine Preisliste — und für das andere ein Angebot.
Warum es keinen Pauschalpreis gibt
Ein Bild ist kein Produkt von der Stange. Dieselbe Villa kann 600 € kosten oder 3.000 € — je nachdem, ob sie in zwei Stunden für ein Exposé fotografiert wird oder über einen ganzen Tag mit mehreren Lichtstimmungen für eine Kampagne. Der Unterschied liegt nicht in der Kamera, sondern im Aufwand und im Wert dessen, was die Bilder leisten sollen.
Der Preis eines Bildes entscheidet sich nicht an der Kamera, sondern an dem, was es leisten soll.
Die vier Kostenfaktoren
Jedes seriöse Angebot setzt sich aus denselben vier Bausteinen zusammen:
- Aufnahmeumfang: Wie viele Motive, innen und außen, mit oder ohne Drohne? Umfang ist der größte Hebel.
- Zeitfenster: Architektur ist licht- und wettergebunden. Ein Shooting zur blauen Stunde oder über mehrere Tageszeiten kostet mehr als ein Vormittagstermin.
- Postproduktion: Von der globalen Korrektur bis zur aufwändigen Retusche (Himmelaustausch, störende Elemente) — Bearbeitungstiefe ist ein eigener Posten.
- Nutzungsrechte: Exposé-Nutzung ist etwas anderes als eine deutschlandweite Kampagne oder Presselizenzen. Dazu gleich mehr.
Konkrete Zahlen für die Immobilienfotografie
Für die Immobilienfotografie arbeite ich mit festen Objektpauschalen — inklusive Bildbearbeitung und Online-Galerie: Ein Apartment beginnt bei 259 €, ein Einfamilienhaus liegt je nach Größe bei 539 bis 589 €. Dazu kommen Optionen wie reine Außenaufnahmen (239 €), Blaue-Stunde-Fotos (299 €) oder Drohnenaufnahmen (145 €). Für Villen und Premium-Objekte gibt es das Premium-Tagesshooting für 1.490 € — ein ganzer Aufnahmetag mit mehreren Lichtstimmungen, Drohne und mindestens 25 final bearbeiteten Aufnahmen. Alle Preise zzgl. MwSt.
Die vollständige, aktuelle Preisübersicht können Sie sich auf der Leistungsseite als PDF anfordern — der Link kommt sofort per E-Mail.
Architekturfotografie für Wettbewerbe, Magazine oder Firmenauftritte kalkuliere ich dagegen projektbezogen: Objektkomplexität, Zeitfenster, Bildanzahl und Rechteumfang ergeben das Honorar. Eine kurze Anfrage mit Objekt, Ort und Ziel genügt für eine belastbare Einschätzung.
Nutzungsrechte: der unsichtbare Teil des Honorars
Der häufigste Vergleichsfehler: Zwei Angebote nebeneinanderlegen, ohne auf die Rechte zu schauen. Ein Angebot über 800 € mit Exposé-Nutzung ist etwas anderes als 1.200 € mit zeitlich unbegrenzten Rechten für Web, Print und Weitergabe an Projektbeteiligte. Was genau enthalten ist, regeln bei mir die AGB und das jeweilige Angebot — die Hintergründe erklärt der Beitrag über Nutzungsrechte an Architekturfotos.
Woran Sie ein gutes Angebot erkennen
Ein belastbares Angebot benennt den Aufnahmeumfang, das Zeitfenster, die Bearbeitungstiefe, die Lieferfrist und den Rechteumfang — schriftlich und vor dem Shooting. Fehlt einer dieser Punkte, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Und: Der günstigste Preis ist selten der wirtschaftlichste. Bilder, die im Wettbewerb durchfallen oder für die Kampagne nachlizenziert werden müssen, kosten am Ende doppelt.
Ein konkretes Objekt? Ich kalkuliere transparent.
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