Wie ein Architektur-Shooting abläuft
Ein gutes Architekturbild entsteht selten spontan. Es ist das Ergebnis von fünf Phasen, die alle vor dem ersten Auslösen beginnen.
Briefing, Scouting, Shooting, Postproduktion, Lieferung — fünf Phasen. Der größte Teil der Qualität entscheidet sich, bevor die Kamera überhaupt aufgebaut ist.
Viele glauben, ein Architektur-Shooting sei vor allem der Tag mit der Kamera. Tatsächlich ist dieser Tag der kürzeste Teil. Was ein Bild trägt, wird vorher entschieden: Ziel, Licht, Perspektive, Timing.
Phase 1 — Briefing
Am Anfang steht eine einfache Frage: Wofür sind die Bilder? Ein Wettbewerbsbeitrag braucht eine andere Bildsprache als eine Magazin-Strecke oder die Website eines Bauträgers. Im Briefing klären wir Ziel, Objekt, gewünschte Motive und das Zeitfenster — und welche Nutzungsrechte später gebraucht werden.
Phase 2 — Scouting
Vor dem Shooting steht der Location-Scout. Wann steht die Sonne wo? Wo fällt mittags ein harter Schatten, wo wird es abends weich? Welche Perspektive zeigt den Entwurf am ehrlichsten? Aus diesen Beobachtungen entsteht ein Aufnahmeplan, der die besten Tageszeiten den wichtigsten Motiven zuordnet.
Architektur fotografiert man nicht gegen das Licht, sondern mit der Zeit.
Phase 3 — Shooting
Erst jetzt kommt die Kamera. Je nach Objektkomplexität dauert das Shooting ein bis drei Tage. Gearbeitet wird mit Tilt-Shift-Optiken für lotrechte Linien und mit Mischlicht, das Tages- und Kunstlicht balanciert. Für den städtebaulichen Kontext kommt die zertifizierte UAV-Drohne hinzu.
Phase 4 — Postproduktion
In der Nachbearbeitung wird selektiv korrigiert, nicht beschönigt: stürzende Linien fein justiert, Lichtstimmungen zusammengeführt, Spitzlichter zurückgeholt. Ziel ist ein Bild, das natürlich wirkt — gerade weil viel Technik darin steckt, die man ihm nicht ansieht.
Phase 5 — Lieferung
Geliefert wird in voller Auflösung als finale TIFFs sowie als web-optimiertes JPEG-Set — auf Wunsch in mehreren Seitenverhältnissen für Print, Web und Social. Einen Überblick über alle Leistungen gibt die Leistungsseite.
Die ideale Vorlaufzeit dafür liegt bei zwei bis vier Wochen — weil Architektur-Aufnahmen tageszeit- und wettergebunden sind. Mehr dazu in einem der kommenden Beiträge.
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